Rolf: Meine ganz besondere Seite

Die Insel Fehmarn sah ich zum ersten Mal im Jahre 1961.

Urlaub mit den Eltern, das erste mal im Leben eines zwölfjährigen richtiger Urlaub!!
Die Brücke gab es noch nicht, wir mussten mit unserem geliehenen VW-Käfer mit der Fähre über den Fehmarnsund übersetzen. Das war genau das richtige für unseren Vater, der mochte keinen schwankenden Boden, aber er hat die Fährfahrt heil überstanden. Die Unterkunft war traumhaft: In der Ortschaft Fehmarnsund stand der alte Erste-Klasse Eisenbahnwaggon meines Onkels. Dieser, in Hamburg wohnhaft, baute als Vermessungsingenieur für und mit der Deutschen Bundesbahn die Fehmarnsundbrücke. Das erste Bad in der Ostsee endete für mich mit Spuckerei (Salzwasser) und zwei flüchtenden Individuen: Ein kleiner Krebs in die eine Richtung, und ein laut schreiender Rolli in die andere!

2011-06-07
Und wenn ich bisher gedacht hatte, es ist ja alle Zeit der Welt, hier mal weiter zu Schreiben, so hat mich die Realität auf furchtbare Weise eingeholt. Mein Bruder lebt seit 1970 auf der Insel, für mich war es bei sehr sehr vielen Besuchen und Urlauben immer wieder mal ein Wunschtraum, hier zu Leben. Aber eben auch nur ein Wunschtraum, die Arbeit bei der Telekom in Gummersbach und Köln war zwar stressig, hat aber ja auch Spaß gemacht. Und Eveline hatte ja bei Ackermann auch einen gerne ausgeführten Job.
Dann kommt der Urlaub 1994 mit der verrückten Idee, die Insel mit dem Fahrrad zu umrunden. Morgens bei Lafrenz los, am Abend wieder Retour und immer der nächste Morgen dahin, wo am Abend zuvor abgebrochen wurde.
Dann hatte ich Herzschmerzen, jemand bei mir, die sagte, hol Dir Aspirin-Tabletten in der Apotheke und nimm zwei davon.
Merkwürdig, am gleichen Abend las ich als Bettlektüre den Readers Digest und einen Artikel, dass Aspirin Herzinfarkt und Schlaganfall verhindern helfen kann.

Unser Vater ist 1986 an einem Infarkt verstorben, trotz Schrittmacher, also habe ich mir gedacht, nimmst jeden Tag eine Aspirin, bis die Packung leer ist. Die Umrundung konnten wir vollenden, war sehr schön, die Insel mal von Außen zu umfahren, wir haben viel gesehen.
Zuhause, was im Nachhinein völlig verquer ist, ich zu meinem Hausarzt, wörtlich: “ Ich fühle mich unheimlich Fit, ich möchte mich mal durchchecken lassen.” Hat er auch gemacht, das volle Programm. Aspirin sei gedankt, in meinen abgegebenen Tütchen war ein wenig Blut im Stuhl. Vier Tage später wurde ich an Darmkrebs operiert, später ging es nach Freiburg in die Reha, wo man mich und einige andere mit großem Engagement wieder ins normale Leben zurückzuführen versuchte. 1997 schickt man mich Nachhause, keine Arbeit mehr, das kann ich mir noch so garnicht vorstellen. Das erste Jahr war eine harte Zeit, ich wurde nicht umsonst Mixer genannt.
Der Weihnachtsurlaub im Jahre 2001 gab uns viel Zeit zum Nachdenken, Ackermann macht demnächst zu, ja Du, dann könnten wir doch, wir brauchen jetzt eh’ eine kleinere Wohnung.... Es waren für uns einige sehr schöne Tage in Großenbrode und auf der Insel Fehmarn, wir hatten bei der Heimfahrt einen unterschriebenen Mietvertrag bei uns.
Ein Traum, mein stiller Traum seit dem ersten Besuch auf der Insel, wird tatsächlich wahr!

2011-05-30 Rückblick
Mein Bruder Jürgen ist Tot, einfach so, wir hatten noch so einiges vor uns, weil wir beiden sehr gerne und ausgiebig Fotografieren, wenn auch in völlig unterschiedlichen Ansätzen. Er hat ja inzwischen über 200 Fotoserien von Fehmarn auf seinem
www.fehmarn-echo.de man kennt ihn mit seiner blauen Weste und der umgehängten Kamera.t
Mich sieht man eher mal irgendwo auf der Erde rumliegen, sei es um den Sonnenuntergang in Bojendorf mit Sand und Wasser zu fotografieren oder um Schnecken auf dem Radweg oder eine Libelle im Gebüsch abzulichten. Gerne auch auf der Schleswig-Holstein, wenn der Nautische Verein Vogelfluglinie 
www.nv-vogelfluglinie.de seine Versammlungen abhält, und nein, dort liege ich dann nicht auf der Erde rum, das geht dann auch ganz normal ab.

2012-03-02 Rückblick II
Seit dem 14. Juli 2011 steht nun auch fest, das fehmarn-echo weiterleben wird. Ich habe mich nach langer und reiflicher Überlegung dazu durchgerungen, das alles weiter zu machen und im Prinzip einen neuen Job anzufangen. Nach langer, reiflicher Überlegung hört sich jetzt vielleicht blöde an, ist aber auch so.
Fotografieren kann ich sehr intensiv und schon sehr lange, mit Internetseiten habe ich lange vor Jürgen angefangen, aber ich hatte die große Sorge, ob ich bei  fehmarn-echo meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden kann, da diese eigentlich sehr hoch waren und auch immer noch sind. Irgendwann gab es dann auch die Überlegung, das im November 2011 bei 1&1 der fehmarn-echo-Server abgeschaltet wird, und das wollte ich nun auch nicht.
Das erste halbe Jahr war knochenhart, weil bei all der Arbeit irgendwo immer mein Bruder dabei war, das war echte Trauerarbeit für mich. Inzwischen wissen wir, alles läuft auch auf unseren Geräten, es gibt nun viele neue Fotoserien, wir haben neue Kunden gewinnen können und viele Internetseiten überarbeitet bzw. auch Neu erstellt. Und die Saison naht, die Vorbereitungen laufen, also los!

Fortsetzung folgt!
Rolf